Einhorngeschichten Teil 1 – Sie liebte, er träumte

Einhorngeschichte aus der Wahrnehmung geschrieben für Jeet und Sabine

Sabine schlug ihre Augen auf. In ihrer Einhorngestalt stand sie auf der Wiese. Wohlig warm fühlte sie sich, sie hatte eine erholsame Nacht gehabt. Sie fühlte sich geborgen, jetzt gerade, in diesem Augenblick des Aufwachens freute sie sich auf diesen Tag. Sie spürte ihren Liebsten neben ihr und schmiegte sich an ihn. Ihr langer Hals berührt den seinen und kraulte ihn damit liebevoll.

Sie genoss es und wieherte leise, dass es fast klang wie ein Schnurren… ganz so wie eine Katze. Brrrr..Brrrr…

Sie schmiegte sich noch einmal mit ihrem Kopf an seinen und genoss die Intimität, die Nähe, die Zärtlichkeit. Dann schaute sie ihn an.

Eine Weile lang schauten sie sich tief in die Augen. So eine Nähe. So eine Liebe in diesen Augen die sie da sah, Liebe für alle Menschen, für alle Wesen. Einfach nur wunderschön. Sie wollte am liebsten stundenlang in diese Augen schauen und dahin schmelzen.

Denn dann konnte sie träumen wenn sie in diese Augen schaute. Sie sah dort Träume. Sie zogen an ihr vorbei wie in einem Film. Ein Traum gefolgt von dem nächsten. Noch ein Traum.. so viele Träume. Sie konnte es kaum fassen! In diesen Augen, da waren so viele Träume…. und sie wusste es, sie wusste: Er hing mit seinem Kopf in den Wolken. Das war ihr klar. Und sie liebte es. Sie liebte es, dass er Visionen hatte, dass er sie umsetzte, dass er daran glaubte. Auch wenn es oft nicht danach aussah dass sie wirklich aufblühen würden, aber er war ein Sturkopf, er glaubte dass es möglich war.

Daran erinnert musste sie lachen und sie zauste seine Haare. Eine weiche, lockige Mähne, grau meliert. Man sah es ihm an dass er ein etwas fortgeschrittenes Alter hatte, aber daran sah man seine Weisheit.

Er schaute sie fragend an. Hm? Was geht wieder in dieser Frau vor sich..? Sie war ihm manchmal ein Rätsel. Sie hatte so viele Seiten, alle so unterschiedlich. Er kam manchmal gar nicht so richtig mit, weil sie jeden Tag irgendwie anders war.

An dem einen Tag war sie gut drauf, sprang fröhlich um ihn herum, wollte ihn an den Hufen packen und sich mit ihm im Kreis drehen. Und an einem anderen Tag, da zog sie sich total zurück, wollte am liebsten überhaupt nicht mit ihm reden. Er verstand das alles nicht so wirklich, aber es machte ihm nichts aus. Er freute sich wenn sie da war, und wenn sie nicht da war dann widmete er sich seinen Träumen.

Dann ging er an einen gemütlichen See, schaute weit auf das Wasser hinaus, und stellte sich vor was er so alles bewegen könnte. Was er mal wieder so alles umsetzen könnte.

Und das war ein starker Unterschied zwischen ihm und Sabine. Denn er saß am Wasser, genoss die friedvolle Umgebung, aber er träumte. Er spann seine Gedanken durch, doch so ganz war er nicht bei der Sache. Die Natur entspannte ihn und verschuf ihm einen klareren Verstand, sodass er neue Ideen bekam und alte besser überdenken konnte. Auch inspirieren ließ er sich von den Tieren und Pflanzen um sich herum, denn sie waren weise und der Mensch konnte noch viel von ihnen lernen.

Dennoch nahm er es anders wahr als Sabine.

Auch sie ging ans Wasser, sie genoss auch die friedliche Atmosphäre, den Vollmond der ihr Haupt in samtenes Weiß hüllte. Und auch sie liebte dieses Gefühl von Freiheit, sie liebte die frische Luft die sie einatmen konnte.

Aber für sie war es anders. Sie fühlte sich wie ein Teil der Natur, ihr war, als würde sie sich auflösen sobald sie die Natur betrat. Sie sah das Wasser, sie hörte die Wellen die vor sich hin rauschten, wie die Bäume leicht im Wind säuselten, und wie nachtaktive Tiere langsam und leise durch das Laub huschten. Aber sie war dann nicht mehr da. Sie, ihre Persönlichkeit, trat in den Hintergrund. Sie verschwamm, verschmolz mit ihrer Umgebung.


 „Tenerife el Pris“ von Kvdrgeus ist lizensiert unter CC BY-SA 3.0

Teneriffa – moderate Höhen und Tiefen – der Mittelweg

 

Sie war die Wellen, sie war die säuselnden Bäume, sie war die Tiere die durch das Laub huschten. Sie war einfach nur noch so. Und sie verschwand völlig in diesem Sein.

Sie liebte es so aus dem Alltag heraus zu gehen, einfach mal alles los zu lassen, und einfach nur so zu sein. Und auch wenn sie es alleine tat, dann konnte sie es trotzdem über alle Maßen genießen und ihr fehlte nichts. Es war einfach nur wunderschön.

Wenn sie dann genug hatte stand sie auf und ging ganz langsam wieder zurück zu ihrem Schatz und war wieder ein Teil von dem was er sich mal wieder erdachte und ihm mal wieder so in den Sinn kam. Sie liebte es ihm zu helfen und sie liebte es mit den anderen Wesen in Berührung zu kommen.

Plötzlich kam sie wieder zu Sinnen.. Noch immer stand sie da, ihrem Liebsten in die Augen blickend.. es hatte sie mal wieder davon getragen. Seine Augen hatten sie erneut auf Reisen geschickt und erst jetzt wurde es ihr bewusst.

Er schaute sie noch immer an. Sah ihre Schönheit, ihre Weichheit. Und was sah er in ihren Augen? Er brauchte nicht lange schauen, denn es war offensichtlich. In ihren Augen tänzelte eine Ballerina langsam im Kreis. Es war Sabines Leichtigkeit die er da sah, ihre völlige Schwerelosigkeit. Als könne sie jeden Moment abheben und sich in die Lüfte begeben. Manchmal glaubte er es könne so weit sein.. Dass sie sich vom Boden abstieß und sich wie ein Vogel mit weit ausgebreiteten Flügeln durch die Luft bewegte. Völlig frei, schwebend, als hätte sie nie etwas anderes getan. Ja, sie war wie ein Schmetterling, der von Blume zu Blume tänzelte. Ein so zerbrechliches Wesen, und doch so hingebungsvoll und voller Vertrauen dem Leben gegenüber.

Das Leben zu einem Tanz machen, das war ihre Berufung. Tänzelnd durchs Leben zu gehen, das schönste was sie sich vorstellen konnte. Denn sie konnte wunderschön tanzen, und er liebte was sie dadurch alles zum Ausdruck bringen konnte. Durch ihren Tanz kamen Dinge zum Vorschein die sich sonst nicht hatten zeigen wollen. Aber Sabine gab ihnen Raum und Zeit sich zu offenbaren, das gab ihnen Mut und sie trauten sich an die Oberfläche zu kommen.

Jeet wusste von dieser unglaublichen Wirkung ihrer Tänze und er hatte volle Achtung und Wertschätzung dafür. Aber Sabine konnte auch sehr wild und betörend tanzen. Wenn sie einmal eintauchte ins Jetzt und sich ganz auf den Tanz einließ, dann konnte alles geschehen, dann konnte sie alle Zurückhaltungen beiseite schieben und sich völlig gehen lassen.

Diese Seite von Sabine war Jeet bewusst, aber er hatte meist noch etwas Respekt davor. Er mochte gerne ihre liebe Seite, eine gesittete Sabine, mit der wilden ungebändigten Sabine konnte er in manchen Situationen noch nicht so gut umgehen.

Doch ein wildes, ungestümes Einhorn konnte sie sein. Und das merkte man auch wenn sie energisch und voller Elan durch die Ländereien galoppierte. Dann ritt sie so schnell sie konnte, über die Berge, die Täler hinweg, die weiten Grasebenen und die trockenen Sanddünen. Und dann fühlte sie sich einfach nur lebendig. Lebendig sein.. ja, das wollte und liebt es einfach. Sich lebendig zu fühlen, wach zu fühlen, richtig da zu sein. In diesen Momenten hätte sie die Welt umarmen können. Dann strahlte und leuchtete alles um sie herum und sie strahlte zurück.

Auf ihren Reisen ging sie überall hin und schaute sich alles an. Nichts fand sie uninteressant, nichts langweilig oder hässlich. Sie liebte es all die verschiedenen Facetten der Welt zu sehen, all die atemberaubenden Ausblicke, das wunderschöne Panorama. Aber genauso die schlechten Seiten, Umweltverschmutzung, Ausbeutung der Erde. Denn auch das war ein Teil des Ganzen.

Und alles, gute Seite, so wie schlechte Seite, waren ein Teil von ihr. Das Schöne, aber auch das Hässliche, alles war perfekt auf seine Art und wurde zu irgendeinem Zwecke gebraucht.

Sabine bestieg den höchsten Berg, sie begab sich in die tiefsten Tiefen der Meere und weiter hinein in das Innere der Erde. Sie bereiste jeden Ort und konnte allem etwas Schönes abgewinnen, egal wo sie war, jeder Ort veränderte sie und gab ihr das Gefühl noch Ganzer zu werden.

Nicht nur schaute sie sich alles an, sie genoss auch jedes Wetter und jede Temperatur. Egal ob es in Strömen regnete, schneite, ob ihr der Wind das Haar verzauste, oder ob die Sonne schien und warm ihr Haupt einhüllte. Egal, ob es eisig kalt war oder der höchste Sommer, ob Nacht oder Tag, sie liebte es einfach umher zu laufen und die Vielseitigkeit der Erde, all ihre Facetten in sich aufzunehmen und aufzusaugen.

Bei solchen Ausritten war es ihr total egal wie zerzaust ihr Haar am Ende sein würde durch den vielen Wind und durch den peitschenden Regen der ihr entgegen kam.. Es störte sie nicht schlammige Hufen zu bekommen wenn sie durch die Sümpfe trabte. Und wenn der Schlamm an ihren Beinen hoch spritzte und kleine Flecken hinterließ auf ihrem wunderschönen braunen Fell, machte ihr das alles nichts aus. Dann konnte sie einfach wenn sie nach Hause kam in ihrem See baden gehen, sich die Haare zurecht machen sodass sie dann auch für ihren Liebsten wieder schön aussah.

Jeet sah ihr noch immer in die Augen. Auch ihn hatte es davon getragen. Ihre Augen hatten ihn auf Reisen geschickt, so wie es seine bei ihr getan hatten. Er hatte weite Ebenen gesehen, große Graslandschaften, in denen Sabine freudvoll und frei wie der Wind galoppiert war, er hatte riesige Blumenwiesen gesehen in denen sie gestanden hatte und den Duft der Blumen in sich aufgenommen hatte. Er hatte beobachtet wie sie auf einem Vorsprung gestanden hatte, ihr gegenüber der Vollmond, in einer rabenschwarzen Nacht, der ihr Fell aufleuchten ließ, dass sie fast so hell strahlte wie der Mond selbst.

Bei all diesen Bildern die Jeet da durch den Kopf gingen bekam er richtig Lust auch nochmal zusammen mit Sabine auf Reisen zu gehen. Sie taten dies manchmal, immer wenn ihn die Lust packte, dann ritten sie zusammen aus und schauten mal wo es sie hin verschlagen würde. Sie suchten sich kein Ziel aus, sie hatten mit der Zeit gemerkt dass sich ihnen viel schönere Orte offenbarten wenn sie einfach so drauf los ritten, anstatt vorher genau Orte raus zu suchen wo es ihnen gefallen könnte.

Normalerweise wäre Sabine jetzt alleine ausgeritten, aber da ihr Liebster auch mit wollte freute sie sich riesig und war schon ganz aufgeregt.

Es war anders wenn sie mit Jeet zusammen ausritt. Wäre sie alleine unterwegs, dann würde sie einfach überall hin gehen und sich alles anschauen, war aber ihr Liebster dabei, dann ritten sie für gewöhnlich etwas gemütlicher. Sie konnte sich auch nicht jeden Berg und jedes Tal anschauen, so wie sie es normalerweise getan hätte, denn Jeet mochte lieber die moderaten Höhen.

Er hatte gerne ebenes Gelände, einen weiten Blick und eine schöne Aussicht. Zu warme oder zu kalte Temperaturen verschmähte er, genauso wie zu hohe Berge oder zu tiefe Täler. Aber alles dazwischen, das mochte er und konnte es auch zutiefst genießen. Und noch eine Sache war besonders wenn sie zusammen ausritten. Mit Jeet zusammen offenbarten sich oftmals die schönsten Orte, die atemberaubendsten Panoramen, Plätze die Sabine alleine nie gefunden hatte. Daher war sie jedes Mal ganz aufgeregt wenn sie wieder zusammen ausreiten würden. Denn bisher war es jedes Mal so gewesen.

So machten sie sich also an diesem Tage auf. Verpflegung brauchten sie nicht viel, denn sie wollten gegen Abend wieder zu Hause sein. Es war ein schöner sonniger Tag. Milde Temperaturen und ein süßer Duft in der Luft. Sie ritten einfach drauf los, genossen das schöne Wetter und die schöne Natur um sie herum.

Sonnenuntergang auf Teneriffa“ von The Navy, ist lizensiert unter CC BY-SA 3.0

 

Sabine, ganz versunken in ihrem Sein, bemerkte plötzlich dass Jeet nicht mehr an ihrer Seite war. Sie drehte sich um, da stand er. Langsam trabte sie zurück, sie war neugierig was er gefunden haben mochte. Er stand dort, vor ihm ein großer Bienenstock am Baum hängend, den er aufmerksam betrachtete. Der war Sabine beim Vorbeireiten gar nicht aufgefallen.. Er schaute fasziniert zu wie die vielen kleinen Bienen alle ihre Arbeit taten, fleißig Nektar einsammelten und zurück zum Bienenstock brachten.

Alles hier war so koordiniert, jede einzelne Biene wusste genau was sie zu tun hatte. Jede Biene war in ihrem Element, sie tat genau was sie gut konnte. So ein schönes Zusammenspiel, so natürlich, und doch so aufeinander abgestimmt. Das begeisterte Jeet immer wieder. Wie perfekt doch alles war in der Natur, wie weise und göttlich. Würden sich doch die Menschen auch wieder mehr so verhalten. Wenn jeder tut was er kann, jeder seinen Teil gibt, niemand sich zurück hält, dann wäre dies eine viel bessere Welt.

Ja, Jeet fing wieder an zu träumen. Von einer Welt in der alle Hand in Hand miteinander lebten, jeder half jedem, und jeder tat das worin er gut war. Ja, so eine Welt wollte er mit aufbauen. Eine Welt voller Freude, wo alle aus vollem Herzen gaben, weil es das natürlichste war was man tun konnte. Liebe sein und Liebe geben.

Hach, Sabine ahnte was in ihm vorging. Und sie fühlte ebenso. Auch sie wollte so eine Welt haben, eine Welt wo man einander wieder vertrauen konnte. Und sie liebte es ihm dabei zu helfen so eine bessere Welt aufzubauen.

Noch eine Weile standen sie da, ganz versunken. Dann schaute Jeet sie an und lächelte. So, weiter geht’s.

Sie ritten weiter und kamen bald an einer Weggabelung zu stehen. Hm… der linke Weg, strahlend hell erleuchtet, ein Fluss sich an dessen Seite schlängelnd, Mengen von Blumen darüber verstreut, oder der rechte Weg, dunkel und voller tief hängender Äste, weiter in den Wald hinein führend.

Als Sabine den sah lief es ihr wie ein Schauer über den Rücken. Nein, sie hätte sich klar für den linken sonnigen Weg entscheiden, wäre sie alleine gewesen. Sie hatte schon viel gesehen in den letzten Jahren, aber solche düsteren unheimlichen Wege hatte sie nur sehr selten beschritten.

Jeet schaute sie keck an, „He, sollen wir uns heute mal etwas trauen?“ und nickte dabei in Richtung des dunklen Weges. Er schien wohl gut gelaunt zu sein. Das würde er auch nicht jeden Tag sagen. Sabine war sich nicht ganz sicher, aber Jeet schaute sie so vertrauensvoll an, ganz so als hätte er eine Ahnung was sie dort erwarten könnte. Na, wenn er so ein gutes Gefühl bei der Sache hat.. dann

muss ich es wohl wagen und mich darauf einlassen, denkt Sabine. „Gut“, sagt sie. „Der Mann voraus.“

Jeet ging vor, seine Liebste hinter sich immer gut im Blick. Es war wirklich stockfinster auf diesem Weg, kleine Steine lagen umher und sie beide mussten aufpassen beim Auftreten. Große Äste hingen tief von den Bäumen herab, sodass sie oft ihre Hälse unten halten mussten. Dornige Büsche wuchsen an den Seiten des schmalen Weges und erschwerten das schnelle Vorankommen. Es war nicht leicht diesen Weg zu gehen, war es doch finster und lauter kleine Hindernisse auf diesem verstreut.

Sabine fragte sich schon leicht verärgert warum sie diese Mühen auf sich nahmen, da klärte sich langsam der Weg vor ihnen und sie erreichten eine ichterfüllte Lichtung. Jeet rannte sofort los, auf die Mitte des Platzes zu, wo er staunend und fassungslos stehen blieb. Sabine noch etwas weiter hinten, bemerkte das wundervoll schön weiche Moos unter ihren Hufen. Wow, fühlte sich das gut an. So ein weiches Moos hatte sie ja noch nie gespürt. Am liebsten hätte sie sich auf den samtenen Boden geworfen und ein wenig darin gewälzt.

Da hörte sie laute Rufe von Jeet und eilte zu ihm. Auch sie konnte nicht fassen was sie da vor sich zu sehen bekam. Was war das für ein wundervoller Ort?

In der Mitte der Lichtung war ein kleiner See, voll mit sprudelndem heißen Wasser. Eine heiße Quelle. Jeet hielt die eine Hufe hinein und bemerkte: „Ja, das ist wirklich heiß.“ Beide waren ganz aus dem Häuschen und zögerten nicht lange. Ganz langsam tauchten sie in das heiße Wasser ein, es umhüllte sie weich und wohlig. Das es hier in der Gegend so etwas, geben würde, das hätten sie sich niemals vorstellen können. War es vielleicht ein Traum? Träumten sie nun beide?

Strahlenbüschel bei Thermalquelle im Yellowstone-Nationalpark“ von Mila Zinkova ist lizensiert unter CC BY-SA 3.0

Heiße Quelle – Nicht auf Teneriffa 😉

 

Sie genossen es, schwammen ein wenig darin umher und lachten da die vielen aufsteigenden Sauerstoffblasen so am Körper kitzelten. Dann vergaßen sie alles um sich herum. Sie näherten sich einander, liebkosten sich und verbrachten einen wundervollen sinnlichen Nachmittag an diesem zauberhaften und mystischen Ort.

Nach einer Weile bekamen sie das Gefühl wieder aufbrechen zu wollen. Sehnsüchtig blickten sie zurück auf diesen Ort, den es eigentlich gar nicht geben dürfte, oder nur in ihren Täumen…und doch war er da, fühlte sich echt an, fühlte sich lebendig an.

Dann gingen sie zurück auf den Weg von dem sie gekommen waren. Dieser schien nun viel heller zu sein und sie fanden leicht und unbeschadet ihren Weg zurück zu der Gabelung. Zu diesem Platz mussten sie auf jeden Fall nochmal irgendwann zurück kommen, wenn sie ihn denn wieder fanden. Doch die beiden machten sich keinen großen Kopf, es würde nicht der einzige solcher Ort gewesen sein den sie auf ihren Reisen entdecken würden. Das Leben hielt so viele Geschenke für einen bereit, es war so voller schöner Momente und Orte. Und da würde noch so viel auf sie beiden zukommen, so viel Staunen und Fassungslosigkeit.. da war das hier erst der Anfang.

So machten sie sich also wieder auf, doch bei einer Kreuzung trennten sich erst mal wieder ihre Wege. Das waren sie schon gewohnt. Sabine wollte noch ein bisschen erkunden gehen, Jeet machte sich langsam wieder auf den Weg nach Hause. Sie gingen jedes Mal voller Vertrauen auseinander. Manchmal trafen sie sich durch Zufall sogar wieder unterwegs noch einmal. Es war verrückt. So eine große Welt, und doch so klein. Daher wussten sie, sie würden sich früher oder später wiedersehen. Jeet ritt also nun gemütlichen Tempos wieder Richtung zu Hause, Sabine entschied sich die Nacht in einer kleinen Höhle etwas höher in den Bergen zu verbringen. Das war ihr Ort an dem sie sich an Vollmond immer zurück zog. Dann konnte sie sich an Mitternacht wieder auf den Felsvorsprung stellen und sich von dem riesigen Mond anstrahlen lassen. Und dann, noch in der Nacht, oder am nächsten Tag machte auch sie sich wieder auf nach Hause, denn sie sehnte sich nach ihrem Liebsten und dem behaglichen Zuhause.

ENDE

07.01.2015

Diese Geschichte habe ich vor einiger Zeit mal vorgelesen. Hier die Links:

Teil 1

Teil 2

 

Kategorien: Geschichten

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